Dass die deutsche Finanzindustrie auf die Zusammenarbeit mit Fintech-Unternehmen setzen, ist hinreichend bekannt. Eine genaue Analyse dieser Kooperationen hat nun die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) mit dem „FinTech-Kooperationsradar“ vorgelegt. Demnach sind deutsche Banken insgesamt 562 Kooperationen mit Fintechs eingegangen und haben damit die Nase gegenüber Versicherern klar vorn, die auf insgesamt 294 Kooperationen kommen. Insgesamt kamen bislang also über 850 Partnerschaften zwischen alter und neuer Finanzindustrie zustande.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Deutsche FinTech-Unternehmen kooperieren nicht nur immer häufiger mit Banken und Versicherern, sondern schließen zunehmend auch Bündnisse untereinander. Laut Studie gibt es insgesamt 219 solcher Kooperationen, allein 2017 kamen mehr als 91 neue zustande. „Für die traditionelle Finanzindustrie ist das ein alarmierender Trend“, kommentiert Sascha Demgensky, Leader FinTech bei PwC in Deutschland die Studienergebnisse. Seine Begründung: „Wenn aus den FinTech-Netzwerken eigene Komplettangebote entstehen, dann werden die Start-Ups auf mittlere Sicht doch noch zu einer Gefahr für die angestammten Banken und Versicherer.“

FinTechs kooperieren auch außerhalb der Finanzwirtschaft

Die Studie veranschaulicht außerdem eine weitere Entwicklung: So kooperieren FinTechs nicht nur mit reinen FinTechs, sondern vielfach auch mit Unternehmen, die entweder artverwandte Dienstleistungen anbieten oder Produkte im Portfolio haben, die Bankdienstleistungen benötigen – etwa Finanzierungen. Bei 92 dieser Kooperationen haben sich Finanz-Start-Ups mit Medienunternehmen zusammengetan. In 86 Prozent dieser Fälle handelt es sich um eine finanzielle Beteiligung der Medienfirmen an den Start-Ups. Demsky weiter: „Die FinTech-Netzwerke werden in letzter Konsequenz immer komplexer. Gelingt es den Start-Ups, diese Komplexität zu managen, könnten die den etablierten Finanzdienstleistern in den nächsten Jahren doch noch ernsthafte Konkurrenz erwachsen.“ Er geht zudem davon aus, dass sich die Frontlinien zwischen alter und neuer Finanzwelt immer mehr verwischen werden.

Banken kooperieren häufiger, Assekuranz schaut auch ins Ausland

Die Art der Zusammenarbeit etablierter Finanzunternehmen gestaltet sich laut Studie unterschiedlich: So arbeiten deutsche Banken zwar viel häufiger mit FinTechs zusammen als Versicherer. Allerdings legen die großen Assekuranzkonzerne laut PwC bei ihren Kooperationen eine größere finanzielle Risikofreude an den Tag und gehen deutlich mehr internationale Bündnisse als die Banken ein: So kommt bei den Versicherern in 59 Prozent der Fälle einer der beiden Kooperationspartner aus dem Ausland, während deutsche Banken in 84 Prozent der Fälle mit deutschen FinTechs zusammenarbeitet. Hinzu kommt, dass Versicherer seit 2012 mittlerweile 32 Kooperationen mit Tech-Anbietern eingegangen ist, die nicht mehr der FinTech-Branche zuzuordnen sind. Bei den Banken gibt es 24 solcher Kooperationen.

Schwerpunkt liegt auf B2B-Kooperationen

Als weiteren Unterschied zwischen beiden Unternehmensgruppen nennt PwC die Art der FinTechs: So arbeiten 78 Prozent der Banken bevorzugt mit B2B-FinTechs zusammen, die keinen direkten Zugang zum Kunden haben, sondern ihre Stärke darin sehen, Banken bei der Digitalisierung ihrer Prozesse zu unterstützen. Bei den Kooperationspartnern der Versicherer handelt es sich in 57 Prozent der Fälle um solche B2B-FinTechs. Den Schwerpunkt legen sowohl Banken als auch Versicherer auf operative Kooperationen, die 66 Prozent aller Partnerschaften ausmachen.

Auch das zur QIDF-Unternehmensgruppe gehörende FinTech FinGOAL! hat es sich zum Ziel gesetzt, Banken und Sparkassen im operativen Geschäft zu unterstützen. So ist das gleichnamige Tool so konzipiert, dass die Mitarbeiter nicht nur entsprechend des neuen DIN-Standards 77230 „Basisanalyse für Privathaushalte“ beraten, sondern auch die mit der Beratung einhergehenden Abläufe optimiert werden.

 

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